Storchentag in Haslach

"Heraus, heraus, Äpfel un Bire zum Lade raus...". Mit diesem Spruch zieht der gegenwärtige Storchenvater Alois Krafzcyk begleitet von vielen Kindern am 22. Februar durch Haslach. Der „Storchentag“ ist einer der bekanntesten Bräuche im Kinzigtal.

Beim Storchentag in Haslach im Kinzigtal: Der Storchenvater hat zwei Störche auf seinem Hut und sammelt mit einem langen Stock die Brezel für die Kinder
Beim Storchentag in Haslach im Kinzigtal: Der Storchenvater hat zwei Störche auf seinem Hut und sammelt mit einem langen Stock die Brezel für die Kinder

Kennzeichen: der lange Stock des Storchenvaters

Um den Storchenvater scharen sich jährlich viele Haslacher Kinder, die ihm von Haus zu Haus folgen. Mit einem meterlangen Stock klopft dieser an die Fenster der Haslacher Innenstadt: Die Bewohner warten schon mit gefüllten Körben, um den Kindern die Gaben herabzulassen. Und das Schönste: Auf den Stock des Storchenvaters fädeln sie von ihren Fenstern aus Butterbrezeln für die Kinder.

Der Ursprung des Storchentags

Glaubt man der mündlichen Überlieferung, dann ist ein Gelübde der Grund für den Haslacher Storchentag. Mitte des 17. Jahrhunderts, so wird erzählt, drohte eine schwere Ungezieferplage die Ernte zu vernichten und damit eine Hungersnot auszulösen. Zuvor hatte bereits die Pest große Opfer in der Bevölkerung gefordert, nun flehten die Haslacher in ihrer großen Not den Himmel um Hilfe an. Sollten sie gerettet werden, versprachen sie, künftig alljährlich zu „St. Peters Fest“ die Kinder und alten Leute zu beschenken.

Störche retten die Haslacher

Ihr Flehen wurde erhört. In Scharen kamen Störche und fraßen das Ungeziefer auf. Die Hungersnot war abgewendet. Seitdem feiern die Haslacher den „Storchentag“.

Zeitlich ließe sich dies auch gut mit einem Nachweis im Haslacher Stadtarchiv vereinbaren. Jener belegt, dass 1643 ein Johann Jakob Arguin „zwölf Kreuzer erhalten weil er den Storchen geklopfet“. Eine noch vorhandene städtische Rechnung weist diese Ausgaben auf und es wird vermutet, daß dieser Haslacher Bürger der erste nachweisbare Haslacher Storchenvater war.

Hier startet der Umzug

An der Mühlenkapelle in der Mühlenstraße beginnt nach dem Gebet des „Engel des Herrn“ der Umzug der Kinder mit dem Storchenvater.

*******

Bräuche in ähnlicher Form gibt es auch in anderen Gemeinden des Kinzig-, Harmersbach- und Wolftales, dort  heißen sie dann „Peterlestag“.

Wandern ohne Gepäck - Der Große Hansjakobweg
planen Sie hier... »
E-Bike-Angebot: Mühelos geht's hoch hinaus
jetzt anfragen... »
Mountainbike-Angebote
zum Wurzelhopsen hier entlang... »