Hochzeitsbräuche in Hausach-Einbach

Wie wird bzw. wurde früher geheiratet? Vor allem in ländlichen Räumen haben sich schöne Hochzeitsbräuche gehalten. Hier erfahren Sie, wie in Einbach bei Hausach im Kinzigtal geheiratet wird.

So präsentiert sich die Einbacher Tracht: ein Blickfang sind die kunstfertigen Schäppel
So präsentiert sich die Einbacher Tracht: ein Blickfang sind die kunstfertigen Schäppel

So lädt man zur Hochzeit ein

Das  Brautpaar lädt die Verwandten persönlich zur Hochzeit ein. Die kommen dann zum „Zech“, d.h. für Essen und Trinken müssen sie nichts bezahlen. Anfang des Jahrhunderts wurde auch das übrige Tal vom „Hochziglader“ oder der „Hochzitladerin“ eingeladen. Wenn die Hochzeit eine „rechte“ ist, kann das ganze Tal zur Feier kommen, jeder bezahlt jedoch seine Zeche selbst.

So wird geschmückt und gefeiert

Die ledigen Mädchen der Nachbarschaft haben die Aufgabe, das Haus der Braut, des Bräutigams und das Wirtshaus mit „Maien“(Tännchen aus weißen Papierblumen) und Girlanden aus Tannenreis zu „zieren“. Die ledigen Burschen der Nachbarschaft helfen heute ebenfalls beim Zieren mit.

Die ledigen Männer sind außerdem für die Böllerschüsse am Hochzeitsmorgen zuständig. Ab 6 Uhr darf geschossen werden.

Zum Schäppelhirschen (=Polterabend) sind die Schützen und Ziermädchen eingeladen. Zur „Morgensupp“ kommen neben den Schützen auch die Kinder der Nachbarschaft.
Nach der Kirche zieht die Festgeselllschaft ins Wirtshaus. Bis vor ca. 30 Jahren wurde dort gleich nach dem Ankommen mit den Ehrentänzen begonnen.

Der Raub des Brautschuhs

Eine spannende Sache ist der Raub des Brautschuhs. Die Schützen, die den Schuh der Braut ergattern (während der Trauzeuge mit am Tisch sitzt), schmücken diesen und lassen sich ihn vom Trauzeugen teuer zurückkaufen. Verhandlungsbasis sind hier etwa so viele Liter Wein wie die Braut an Jahren zählt. Das „Schuehwitrinke“ gibt nach der Hochzeit noch einmal ein zünftiges Fest für die Schützen und Ziermädchen.

Schäppel ade

Bei der Hochzeit wird der Schäppel zum letzten Mal getragen, bevor die Braut „unter die Haube kommt“. Von nun an trägt sie nur noch die Haubentracht.

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